Wasserwerk Bad Saarow

von Liebling Brandenburg , 28. Oktober 2017 , Seengebiet Oder-Spree

Mit besonderen Urlaubsorten kennt sich Tim Wittenbecher aus. In Dagebüll an der Nordsee und auf Usedom vermietet der 50-jährige gemeinsam mit seiner Frau Heike bereits seit mehreren Jahren zwei alte Leuchttürme als „Hideaways“ der speziellen Art. Nun hat es den Wirtschaftsingenieur und die Architektin für ihr neuestes Projekt nach Brandenburg verschlagen. Gemeinsam mit ihrem Partner Wolfgang Maennig haben sie 2013 das Gebäudeensemble des ehemaligen Wasser- und Elektrizitätswerkes Bad Saarow samt des zugehörigen Wasserturms aus dem Jahr 1908 erworben, und darin nach aufwendiger Sanierung sechs luxusriöse Ferienwohnungen eröffnet. Nachdem 2008 der Betrieb im Wasserwerk eingestellt wurde, hatten die Räumlichkeiten am Rande des Kurparks ab Anfang der 2010er Jahre leergestanden und wurden von den neuen Eigentümern unter Nutzung der historischen Bausubstanz und durch Hinzufügen neuer Elemente revitalisiert. Gemeinsam ist den sechs Wohnungen des Lakeside-Hideaways vor allem eins: Hier ist Geschichte spürbar. Ob im 100m² großen E-Werk-Loft, in dem früher Trafos und Generatoren für die Energieversorgung Bad Saarows standen, im Maschinen-Loft oder im Kompressor-Turm mit den Pumpen und Vorrichtungen zur Wasseraufbereitung – der Charme der Industriearchitektur ist den Räumen erhalten geblieben und wurde durch eine hochwertige Ausstattung, Kamine und Terrassen ergänzt. Wer es besonders exklusiv mag, der sollte sich eine Nacht im Wasserturm einmieten. Das Mini-Hotel für Zwei bietet auf vier Stockwerken Wellness für die Seele vom Feinsten: Ein kleines Spa mit Whirlpool, ein kreisförmiges Bett, über dem sternschnuppengleich die Glühlampen herabfallen, einen kuscheligen Wohnraum mit freischwingendem Kamin und auf knapp 20 Metern Höhe den neu aufgesetzten verglasten Turmaufsatz mit Bubble-Chairs, aus denen man den Rundblick über die Brandenburger Wälder und den Scharmützelsee genießen kann. Wer dieses Versteck doch einmal verlassen will, der kann im Sommer auf dem Oder Spree-Radweg fahren, im Scharmützelsee baden oder im Winter die nur wenige Schritte entfernte Bad Saarow Therme besuchen.

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Herr Wittenbecher, Sie haben 2013 das Elektrizitäts- und Wasserwerk Bad Saarow samt zugehörigem Wasserturm erworben und zu Ferienwohnungen umgebaut. Wie kam es dazu?

Ich bin durch einen Freund, der in Bad Saarow in der Nähe des Wasserwerks wohnt und von den Verkaufsabsichten des Wasserverbandes wusste, zunächst auf den Wasserturm aufmerksam geworden. Der passte sehr gut in das „Hideaway-Konzept“, das wir bereits mit zwei Leuchttürmen an der Ost- und Nordseeküste verfolgen. Das heisst, einen Ort zu schaffen, an dem man für ein paar Tage oder Stunden so weit wie möglich aus dem Alltag rauskommt, zur Ruhe kommt und zu sich selber findet. Tatsächlich sind Leuchttürme da wohl die Bauwerke, die den Vorstellungen der Gäste am nächsten kommen. Da man den Wasserturm in Bad Saarow nicht separat kaufen konnte, haben meine Frau und ich noch einen Partner an Bord geholt und ein integriertes Konzept für das gesamte Anwesen erstellt.

Wie sind Sie an die Sanierung und den Umbau der Gebäude herangegangen?

Für den Wasserturm war das Konzept von Anfang an klar. Wir haben dafür das bewährte Hideaway-Konzept unserer Leuchttürme in Dagebüll und auf Usedom einfach auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst. Das wichtigste Element, das mit dem Denkmalschutz und der Baubehörde abgestimmt werden musste, war hier natürlich der neue verglaste Turm-Aufsatz. Die Zusammenarbeit mit den Behörden war diesbezüglich sehr kooperativ. Der Turm war eine Ruine und der Verfall bereits sehr weit fortgeschritten. Unsere Nutzung stellte eigentlich die einzige Möglichkeit dar, das Denkmal zu erhalten und der neue Aufsatz war die Voraussetzung dafür. Beim Wasserwerk war es etwas schwieriger, das richtige Konzept zu finden, dafür aber die Baugenehmigung etwas einfacher. Es war schon ein gewisses Risiko dabei, die Wohnungen so großzügig und hochwertig zu gestalten, aber ich bin mir sicher, dass wir damit den Bedarf vieler Gäste nach einem tollen, besonderen Urlaubsort ansprechen.

Welche Herausforderungen gab es beim Umbau?

Beim Turmbau war sicherlich der spannendste Moment, die neue, 13 Tonnen schwere Kuppel auf den Ringanker des Turmstumpfes zu setzen. Das war spektakulär! Ein Kranführer hat das ganze Ding mit einem kleinen Joystick exakt auf die vormontierten Bolzen gesetzt und heute sieht es so aus, als wäre der Aufsatz schon immer auf dem Turm gewesen. Nervlich lag die größte Herausforderung darin, die Brandschutzanforderungen zu erfüllen. Dafür mussten wir viel Zeit und Geld verwenden.

Welche Idee steht hinter Gestaltung und dem Design der Ferienwohnungen?

Wir haben versucht, den alten Charme des Wasserwerks zu erhalten. Die Industrie-Architektur ist in den Räumen nach wie vor zu sehen – die hohen Decken zum Beispiel, der alte Fliesenspiegel, der Kompressorturm usw…. Man hat in den Lofts ein ganz besonderes Raumgefühl. Es sind keine Luxus-Apartments mit goldenen Türgriffen entstanden, aber es wurden solide Materialien verwendet und alles sehr hochwertig ausgestattet, so dass es den Gästen an nichts fehlt.

Was macht den Reiz des Ortes für Sie aus?

Das Wasserwerk liegt im Kurpark, direkt am Scharmützelsee. Man geht nur quer durch den Park zur Therme oder in den See – quasi im Bademantel. Die Kombination aus der perfekten Lage, der schönen Unterkunft und dem, was Bad Saarow zu bieten hat, macht ein paar Tage im Wasserwerk zu einer ganz besonderen Flucht aus dem Alltag, die noch dazu von Berlin aus sehr leicht zu erreichen ist.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Eine geniale Kombination ist die Unterkunft im Wasserwerk verbunden mit einem Besuch in der Therme und einem Dinner in einem der tollen Restaurants in unmittelbarer Nähe. Das AS am See und das Cafe Dorsch liegen bei unseren Gästen hoch im Kurs und natürlich die Seebühne mit ihrem traumhaften Blick auf den See. Im Sommer leihen wir uns gerne einen Canadier aus und fahren damit über den See oder üben uns im Wakeboarden auf der Bahn kurz vorm Ortseingang.

Interview: Katrin Gewecke
Fotos: Tim Wittenbecher

Kontakt:
Wasserwerk Bad Saarow
Tim Wittenbecher
Ulmenstr. 12
15526 Bad Saarow

Weitere Informationen unter: www.wasserwerk-badsaarow.de

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