Haus am See

von Liebling Brandenburg , 18. Dezember 2017 , Havelland

Das Haus am See ist ein architektonisch aufwändig gestalteter Neubau, der auf einem weitläufigen Grundstück in der von Wasser umgebenen Altstadt von Werder an der Havel liegt. Bereits vor über zehn Jahren haben die Gastgeber Wilhelm Brüggen und Ursel Sieber das direkt an die Havel grenzende Grundstück erworben und begonnen, die historischen Gebäude auf dem 7000m² großen Gelände zu sanieren. Mit dem 2015 entworfenen Haus am See ergänzen sie das Ensemble um ein neues Urlaubsdomizil. Schon von außen überrascht das Gebäude mit seinem modernen und radikal schlichten Baukörper. Das Haus am See besteht aus einem in den Hang gebauten Betonquader mit einem Holzpavillon als Obergeschoss – eine Materialkombination, die sich auch im Innern des Hauses wiederfindet: Außenwände, Decken und Fußböden des Hauses bestehen aus Sichtbeton, die Zwischenwände, die den offenen Raum im Untergeschoss in verschiedene Zonen aufteilen, aus hellem Holz. Schlafzimmer, Wohn-/Essraum mit großem Schiebefenster, Arbeitsecke und ein großzügiges Bad mit Sauna und angrenzendem Außenbecken gehen so offen ineinander über. Eine zugleich als Regal dienende Holztreppe führt ins Obergeschoss, in dem sich im Sommer die Küche mit Essplatz sowie eine große Terrasse befinden. Von hier aus kann man den herrlichen Blick auf die Havel und auf das Belvedere, ein historisches Teehaus auf dem Weinberg des Grundstücks, genießen. In direkter Nachbarschaft liegt die denkmalgeschützte Altstadt mit Restaurants, Cafés und kleinen Läden.

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Frau Sieber, seit Anfang 2017 vermieten Sie das Haus am See in Werder. Was ist das Besondere an dem Haus?

Das Haus ist Teil eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles und liegt auf dem höchsten Punkt der Altstadt Werder unmittelbar an der Havel. Von der wunderschönen Terrasse aus blickt man durch den parkähnlichen Garten direkt auf das Wasser. Das Gebäude besteht aus Sichtbeton. Es liegt wie ein Stein im Hang. So fühlt es sich an, als wenn es schon immer dagewesen wäre und passt sich wunderbar ein. Der Pavillon und der Innenausbau wurden in hellem, feinem Holz durchgeführt. Die Atmosphäre des Hauses ist geprägt von diesem Gegensatz zwischen dem archaischen Betonkörper und dem warmen, hölzernen Ausbau sowie von der intimen Atmosphäre im Gartengeschoss, wo durch große quadratische Fenster ganz besondere Ausblicke in den Garten inszeniert werden. Offenheit und Flexibilität waren für uns wichtig. Ein Beispiel hierfür ist die bewegliche Küche. Sie ist in einzelne Elemente unterteilt, die auf Rollen stehen. Im Sommer kann so auf der Terrasse im Freien oder im Pavillon gekocht werden. Im Winter befindet sich die Küche im Gartengeschoss. Aus Gründen der Nachhaltigkeit kann so die zu beheizende Fläche im Winter reduziert werden.

Welche Ideen haben Sie mit der besonderen Architektur und Gestaltung des Hauses verbunden?

Wir wollten unser besonderes Gebäude- und Gartenensemble stärken und das neue Gebäude dort behutsam integrieren. Außerdem waren uns neue Konzepte der Nachhaltigkeit sehr wichtig. Einerseits gab es die Idee eines Jahreszeitenhauses, in dem sich die bewohnte Fläche den verschiedenen Jahreszeiten anpasst. Andererseits war uns die Nutzungsflexibilität wichtig, indem der massive Betonkörper als schützende Hülle und Träger für den Innen-Ausbau dient, der seinerseits aufgrund des Leichtbaus leicht angepasst und verändert werden kann.

Worauf haben Sie bei der Einrichtung geachtet?

Wichtig war uns eine schlichte, hochwertige Einrichtung, die der Zurückhaltung des Hauses und gleichzeitig der warmen Atmosphäre des Innen-Ausbaus entspricht. Die Einrichtung ist eine Mischung aus modernen Designklassikern und alten, regionalen Liebhaberstücken. Ein Teil der Möbel, wie zum Beispiel alle Leuchten, Hocker, Beistelltische und auch die Küche, wurde vom Architekten extra für dieses Haus entworfen und angefertigt.

Mit den Ferienwohnungen in der Turmvilla und der Remise vermieten sie bereits seit mehreren Jahren zwei hochwertige Domizile auf dem Grundstück. Wie kam es eigentlich dazu?

Mein Mann und ich haben 1995 in Werder direkt an der Havel ein Bauhaus aus dem Jahr 1930 entdeckt und renoviert und sind dann mit unseren beiden Kindern 1999 von Berlin nach Werder gezogen. Wir mochten die Insel Werder von Anfang an sehr. 2005 stand dann das Grundstück am Mühlenberg zum Verkauf. Es gehörte dem gemeinnützigen Verein “Freunde des Grunewaldgymnasiums”, denn die darauf stehende Turmvilla war Anfang des 20. Jahrhunderts vom Grunewaldgymnasium als Ausflugsheim für Schüler und Lehrer errichtet worden. Da sich insbesondere mein Mann sehr für Architektur interessiert, haben wir die Turmvilla renoviert und 2006 mit der Vermietung von zwei Ferienwohnungen begonnen. 2010 haben wir die Remise renoviert und aufgestockt, in der wir seither ebenfalls zwei Wohnungen vermieten. Sie war ursprünglich ein einstöckiger Flachbau, der 1920 von einem Berliner Unternehmer als Sommerhaus gebaut wurde. Auf dem Grundstück steht außerdem ein negotischer Belvedere auf dem ehemaligen Mühlberg, der von Friedrich August Stüler um 1850 – zur Zeit des Baus der Kirchen in Werder und Geltow – errichtet wurde. Wir haben den Turm 2009 mit Fördermitteln der Stadt Werder saniert und 2010 drumherum einen Weinberg angelegt, wo wir seitdem hauseigenen Wein produzieren. Parallel haben wir das ganze Grundstück nach und nach zu einem Park mit zahlreichen Terrassen umgestaltet.

Wer wird sich bei Ihnen wohlfühlen?

Wir möchten Gäste ansprechen, die in schöner und gepflegter Umgebung Urlaub machen wollen – genauso wie wir selbst, wenn wir eine Reise buchen und ein Urlaubsdomizil aussuchen. Deshalb haben wir die historischen Gebäude auf dem Grundstück möglichst originalgetreu renoviert und dabei auch viel Wert auf Details gelegt. Genauso haben wir die Wohnungen auch eingerichtet: minimalistisch, schlicht, nicht überladen und mit einzelnen, wertvollen Design- oder antiken Liebhaberstücken versehen, dabei jedoch bequem und praktisch.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Es gibt hier viel Ruhe und Natur. Durch die unmittelbare Nähe zur Havel und den vielen umliegenden Seen ist die Gegend wunderbar zum Wasserwandern mit Kanu oder Kajak, zum Surfen und Schwimmen, aber auch für Radtouren durch das Havelland geeignet. Trotzdem ist man für Kulturausflüge schnell in Potsdam oder Berlin. Interessant sind auch die Stadt Brandenburg, Paaren, Marquardt oder Kloster Lehnin. In Werder kann man im Hotel am Markt bei Kaffee und Kuchen oder einem Glas Wein auf dem Marktplatz sitzen und das besondere Ambiente der Altstadt genießen.

Interview: Katrin Gewecke
Fotos: Stefan Walter

Kontakt:
Haus am See
Wilhelm Brüggen und Ursel Sieber
Scheunhornweg 36
14542 Werder (Havel)

Weitere Informationen unter: www.ferien-werder.de

Architekten: Jurek Brüggen, Sebastian Sailer

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