Parkchâlet Potsdam

von Liebling Brandenburg , 26. April 2017 , Potsdam & Umgebung

Nur 15 Minuten vom Potsdamer Zentrum und dem neuen Museum Barberini entfernt liegt in malerischer Hanglage am Böttcherberg, einem Ausläufer des Glienicker Parks, umgeben von Schlössern und Gärten des Unesco Welterbes das Parkchâlet Potsdam. Im 19. Jahrhundert hatte die besondere Tallage zwischen dem Böttcher- und dem Babelsberg Prinz Carl von Preussen eine optimale Ausgangslage für die Erschaffung einer Schweizer Bergwelt geboten. Zwischen 1863 und 1867 wurden in Klein-Glienicke daher unter dem Architekten Ferdinand von Arnim etwa zehn sogenannte Schweizerhäuser errichtet und die Landschaft mit Findlingen und einer künstlichen Schlucht und Bergwiesen-Lichtung umgestaltet. Ab 1961 isolierte die Mauer den Ort und machte ihn zur Sondersicherheitszone. Sechs Schweizerhäuser fielen der Grenzsicherung zum Opfer. Seither hat sich viel getan: Die Landschaft wurde revitalisiert, viele Gebäude saniert und das „Schweizerdorf“ hat wieder ein Gesicht bekommen. Auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus hat der Architekt Gerald Kühn-von Kaehne 2015 ein neues, modern interpretiertes Gebäude geschaffen, das sich in die Parklandschaft und in das Ensemble der noch bestehenden Schweizerhäuser einfügt. Sechs lichtvolle und gut ausgestattete Apartments stehen heute im Parkchâlet für eine kurze Auszeit oder einen längeren Aufenthalt zur Verfügung. Sie bestechen besonders durch ihre klare Architektur und sollen mit Oberlichtern, verglasten Giebeln oder Panoramascheiben die Umgebung ins Innere holen und eine beruhigende Atmosphäre schaffen, in der man die Seele baumeln lassen kann.

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Frau von Kaehne, Sie bieten mit dem „Zimmer mit Ausblick“ schon eine hochwertige Unterkunft in Klein-Glienicke an. Was hat Sie bewogen, noch ein zweites Haus an diesem Standort zu eröffnen?

Die Schönheit unseres Ortes empfinde ich mit jedem Jahr neu und tiefer. Es ist ein Privileg, an so einem Platz leben zu dürfen und das möchte ich gern mit anderen Menschen teilen.

Das Parkchalet wurde 2015 neu gebaut, greift aber bewusst die Architektur der umliegenden Schweizerhäuser auf. Welche Idee stand dahinter und wie wurde das Ganze umgesetzt?

Das Alte oder sagen wir besser das Historische entdecken, begreifen und respektieren. Ein Beispiel hierfür ist der Natursteinsockel des Hauses, durch den das Karma des Vorgängerbaus weiterlebt. In der Baugrube wurden seinerzeit großformatige Bruchsteine aus dem alten Sockelmauerwerk gefunden – zu wenig für einen ganzen Sockel, zu wichtig um nicht beachtet zu werden. Schnell gab es den Wunsch nach Integration und damit nach der Verbindung von Altem und Neuem. Schließlich kam uns die rettende Idee: die großen, so kaum zu verarbeitenden Steinbrocken wurden mit der Steinsäge geschnitten, um dann mit diesen Platten den Sockelbereich im Hanggeschoss zu verblenden. So entstand ein gefühltes neues Fundament aus alten Steinen an der Stelle, wo sich das Gebäude aus dem „Berg“ erhebt. Mein Mann hat im neuen Haus außerdem prägende Elemente der historischen Schweizerhäuser aufgenommen, wie etwa das Schieferdach und seinen großen Überstand, die Schornsteine und den umlaufenden Balkon. Der Farbklang ist in Harmonie zum Bestand ausgewählt. Die neue Architektur setzt eigene Akzente und ahmt nicht nach.

Wie würden Sie die Einrichtung der Wohnungen beschreiben, welche Ansprüche hatten Sie an die Innengestaltung?

Die Wohnungen sind, wo immer möglich, mit Licht bedacht und bieten sehr schöne Ausblicke in die umgebende Parklandschaft. Diese Verbindung von Innen und Aussen hat eine lange Tradition in der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft und wurde von uns im Parkchâlet wieder aufgenommen. Die klare Architektur mit weißen Wänden, hölzernen Fenstern, teilweisen Läden und Einbaumöbeln versucht bewusst ruhig zu bleiben, damit die aufregende Landschaft besser wirken kann. Mit den kommunikativen Küchen wollten wir einen Ort schaffen, an dem das gemeinsame Kochen Freude macht.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Parkspaziergänge im Morgen- und Abendlicht, da sind die schönsten Lichtstimmungen. Wenn möglich mit dem Fahrrad oder auch mal per Schiff Potsdam und Berlin entdecken, unbedingt das neue Museum Barberini und die diesjährige Pücklerausstellung in Schloss und Park Babelsberg besuchen, im Hofcafé bei Mutter Fourage in Wannsee frühstücken und die Villa Liebermann mit Garten besuchen, im Kleinen Schloss, in der Remise im Schloss Glienicke oder auch in der Garage Du Pont essen gehen oder im Châlet kochen und Balkon oder Terrasse genießen und den Ort in sich aufnehmen…

Fotos: Tom Solo Int, Pia von Kaehne
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Parkchâlet Potsdam
Pia von Kaehne
Louis-Nathan-Allee 9
14482 Potsdam

Weitere Informationen unter: www.parkchalet-potsdam.de

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