Landhaus Fredenwalde

von Liebling Brandenburg , 27. November 2016 , Uckermark

Umgeben von Wiesen und Wäldern, Hügeln und Seen am Dorfrand von Groß Fredenwalde liegt inmitten der dünn besiedelten Uckermark das idyllische Landhaus Fredenwalde. Schon immer war es ein Ort des Zusammenkommens und so führt Urs Cordua die Tradition seit 2010 mit der Vermietung des Landhauses weiter. 2003 hat der in Berlin lebende Filmschaffende das 180 Jahre alte Backsteinhaus erworben und liebevoll unter ökologischen Gesichtspunkten saniert, um so den besonderen Charakter des Hauses zu erhalten. Altes Gebälk, Holzdielen aus der Region, lehmverputzte Wände, Wandheizung und zwei Kaminöfen für kalte Winterabende prägen die behagliche Atmosphäre des Ferienhauses, das auf 220m² und mit fünf Schlafzimmern viel Platz für Freunde und Großfamilien bietet. Für Musikliebhaber gibt es als besonderes Highlight einen restaurierten Steinway Flügel B-211 von 1938, der nebst Aufnahmeequipment mitgemietet werden kann. Das Landhaus Fredenwalde liegt auf einem 9400m² großen Grundstück mit alten Obstbäumen und Kräuterbeeten am Fuße des Weinberges, von dessen Aussichtspunkt man einen herrlichen Rundumblick über die hügeligen Felder der Uckermark hat. Im Garten gibt es nicht nur viele stille Plätzchen um die Ruhe zu genießen, sondern auch eine Sauna mit Holzofen. Direkt vor dem Haus beginnen verschiedene Rundwanderungen oder Radtouren zu den zahlreichen Badeseen, in die großen Buchenwälder und zu zerfallenen Wassermühlen. Wer die Städtchen der Umgebung erkunden möchte, der kann in Templin oder Angermünde eine Vielzahl von historischen Sehenswürdigkeiten besichtigen.

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Herr Cordua, wie sind Sie und das Haus zusammengekommen?

Ich war schon immer sehr naturverbunden und wie viele andere Städter getragen von der Sehnsucht nach dem Leben auf dem Land. Bevor ich das Haus in Groß Fredenwalde gefunden habe, war ich bereits an den Sanierungsarbeiten des Gutes Reichenow beteiligt, das nach der Wende von Berliner Kreativen als Gemeinschaftsprojekt wiederaufgebaut wurde. Als wir 2002 über “Freunde von Freunden” vom Verkauf des Landhauses in Groß Fredenwalde erfuhren, war uns die Uckermark noch gar nicht so präsent. Wir sind dann zum Baden in die Gegend gefahren und haben uns anschließend mit den Vorbesitzern getroffen. Als wir vor dem Haus standen, war es Liebe auf den ersten Blick. Es war mitten im August, die Sonne strahlte auf das Haus und es war sofort klar: Das muss es sein!

Wie ist das Haus denn vorher genutzt worden?

Ich habe das Haus von den Kindern des verstorbenen Vorbesitzers gekauft. Leider hat der Kaufprozess sehr lange gedauert, da eines der Kinder aus der Erbengemeinschaft unauffindbar war. 2004 ging es aber schon mit ersten grundlegenden Arbeiten am Haus los, später kamen das Dach und der Innenausbau dran. Das Haus hat eine wilde Vergangenheit und ist mit vielen Geschichten verbunden. Zu seinen Anfangszeiten gab es hier noch zugehörige Stallungen, die vom einst ansässigen Schmied als Werkstatt genutzt wurden. Später ist das Haus von wechselnden Besitzern als Wohnhaus und Treffpunkt für allerlei Feiern genutzt worden. Vor allem zu DDR-Zeiten gingen hier Leute aus der Ostberliner Künstlerszene ein und aus und haben mit ihren Partys auch die Aufmerksamkeit der damaligen Dorfjugend auf sich gezogen. Auch nach der Wende war es immer ein Ort für Familien und Freunde. In den ersten Jahren nach dem Kauf gab es immer wieder Situationen, in denen plötzlich ein Auto vorm Haus hielt, jemand kam einfach in den Garten hoch gelaufen und erzählte Geschichten aus seiner Vergangenheit, die er hier erlebt hatte und die ihm viel bedeuteten.

In welchem Zustand war das Haus seinerzeit?

Als ich das Haus übernommen habe, war es technisch auf dem Stand von 1828. Es gab nichts neues außer einem Strom- und einem Telefonanschluss. Eine Wand kippte ab und vieles war in die Jahre gekommen, aber das Haus war trocken und vor allem: es war nichts kaputtsaniert. In der Anfangszeit musste ich sogar noch Wasser im nahegelegenen Brunnen per Hand hochpumpen, bis 2004 der Wasseranschluss gelegt werden konnte. Das Haus war schon vor der Sanierung sehr schön und es gab einige Stimmen, die rieten, es doch genauso zu belassen. Für mich war es dann aber doch wichtig, dass das Haus zwar seine Schönheit behält, zugleich aber heutigen Ansprüchen genügt. Deswegen habe ich versucht, möglichst viel von der alten Substanz zu erhalten – die Ziegelsteinwände, das Dach, die alten Balken… all das, was schon so lange funktioniert hatte. Selbst die quietschigen alten Türen, die Andere sicherlich entfernt hätten, sind drin geblieben und prägen mit den Charakter des Hauses. Gleichzeitig musste aber auch sehr vieles erneuert werden – fast alle Deckenbalken wurden ausgetauscht, das Haus wurde von innen mit kapillaraktiven Kalziumsilikatplatten isoliert, Wandheizung in allen Räumen angebracht, die Innenwände mit Lehm verputzt und neue märkische Kieferndielen in fallenden Breiten eingesetzt. Tatsächlich wurden drei Innenwände entfernt und die vorher abkippende Südfassade wurde komplett neu hochgezogen und mit vielen Fenstern für die Sonne geöffnet. Die ökologische Bauweise sitzt mir durch meinen Vater, der Architekt war, sozusagen in den Knochen und es lag auf der Hand, diese Prinzipien hier anzuwenden.

War das Haus gleich als Ferienhaus gedacht?

Zunächst war das Haus eher als eigenes Ferienhaus vorgesehen. Die Vermietung kam erst etwas später dazu. Es ist aber toll zu erleben, wie sich nun die alte Tradition des Hauses, ein Treffpunkt für Freunde und Familienfeiern zu sein, so schön fortsetzt. Und ich freue mich wirklich, dass es dadurch auch Anderen vergönnt ist, an diesem schönen Ort sein zu können. Durch seine Größe für zehn bis zwölf oder sogar bis zu vierzehn Personen ist das Haus optimal für solche Gruppen.

Was hat es eigentlich mit dem Flügel im Haus auf sich?

Ich spiele selber Klavier und hatte schon immer den Traum von einem “Haus mit Flügel”. Als ich das Haus sanierte, bot sich die Chance diesen Traum zu realisieren. So habe ich mir diesen alten Steinway-B-Flügel aus dem Jahr 1938 gekauft und ließ ihn neu aufbauen. Er steht heute im Musikzimmer des Hauses und kann mitgemietet werden – von Optik, Größe und Klang her ein Klassiker! Das Angebot des Flügels wird gern genutzt und ist neben Größe und Lage eine der Besonderheiten des Hauses. Es wurden hier auch schon CD´s aufgenommen. Zusammen mit dem Pianisten Oliver Lange habe ich den Plan gefasst, die „Edition Landhaus Fredenwalde“ zu produzieren.

Sie haben auch eine ganz besondere Schaukel im Garten…

Das Haus ist wirklich wunderschön am Dorfrand gelegen. Es ist ein Hanggrundstück und liegt am Fuße eines 111 m hohen Weinbergs – einer der höchsten Erhebungen der näheren Umgebung. Von oben hat man einen herrlichen Blick über das Dorf und die Landschaft. In lauen Sommernächten beim Sonnenuntergang fühlt man sich durch den weiten Blick dort oben fast ein bisschen wie am Meer. Oben am Hang habe ich zwischen zwei Bäumen eine Schaukel angebracht. Das Besondere ist, dass man durch die Hängung am Berg beim Schaukeln nach vorn schnell ein paar Meter unter sich hat. Jeder der sich da rauf traut, fühlt sich ein bisschen wie beim Fliegen und wird mit einem tollen Blick belohnt.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Die Landschaft drumherum ist toll und es gibt etliche schöne Badeseen, aber eigentlich braucht man hier gar nicht viel. Wer herkommt, der sucht vor allem Ruhe und Natur – die ist hier so pur und ungestört, das reicht völlig. Daher kann man das Auto getrost stehen lassen und benötigt es höchstens zum Einkaufen. Auch die Anreise ist gut ohne Auto möglich: Bis zum Bahnhof Wilmersdorf/Angermünde und dann die letzten neun Kilometer mit dem Fahrrad.

Fotos: Urs Cordua
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Landhaus Fredenwalde
Urs Cordua
Groß Fredenwalde 35
17268 Gerswalde

Weitere Informationen unter: www.landhaus-fredenwalde.de

 

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