Landgehöft am Feldrain

von Liebling Brandenburg , 6. Dezember 2013 , Uckermark

„Nur mit Visionen konnte man zu Beginn der Sanierung den Charme des Hauses erahnen und selbst erfahrene Handwerker blickten skeptisch auf das Vorhaben“, sagt Anne Lierow, die das alte Gesindehaus im Boitzenburger Land 2011 gekauft und so vor dem Verfall gerettet hat. Heute befindet sich in der denkmalgeschützten Hofanlage von 1864 ein Ferienhaus, das mit 300 qm Wohnfläche Platz für bis zu 12 Personen bietet. Das Landhaus, das einst von vier Familien in je einer Stube bewohnt wurde, ist von Familie Lierow 2012 baubiologisch saniert und zeitgemäß ausgestattet worden. Dank behutsamen Rückbaus konnten traditionelle regionale Baustoffe zum Erhalt des ursprünglichen Charakters der einstigen Gesindekate beitragen: Handgestrichene Dachziegel, Eichenfachwerk, Lehmwände und nicht zuletzt die 4m x 4m große Schwarze Esse mit Kaminofen, die das Zentrum des Hauses bildet. Die historische Raumaufteilung bewahrend haben die Gastgeber eine Haushälfte bewusst der Ruhe gewidmet, während die andere Hälfte der aktiven Gestaltung dient. Neben metall- und elektrosmogfreie Betten, abschaltbaren Stromkreisen und einem Esszimmer mit holzbefeuertem Herd verfügt das Landgehöft über ein 46 qm großes Giebelzimmer im Obergeschoss, dass für gemeinschaftliche Vorhaben genutzt werden kann. Im Nebengebäude des Hauses befinden sich eine Hofsauna aus Birkenholz mit Ruheraum und eine separate Wildobstküche, in der die Gäste die Obstsorten und Wildobstgehölze aus dem 4000 qm großen Garten verarbeiten können. Mitten in der Seenlandschaft der Uckermark und benachbart der glasklaren Feldberger Seen gelegen, umgeben von eiszeitlich geprägter Landschaft, Buchenwäldern und verstreuten kleinen Ortschaften, ist das Landgehöft ein Refugium für alle Ruhesuchenden. In unmittelbarer Umgebung gibt es zahlreiche Wanderrundwege, regionale Radwegenetze und Naturparks mit seltenen Tier- und Pflanzenarten in einer der am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands. Daneben hält die Uckermark ein vielfältiges Kulturangebot mit alten Kloster- und Gutsanlagen, Schlössern, Museen und gut erhaltenen Altstadtkernen bereit. Wer hier auf Entdeckungsreise gehen will, der findet im Landgehöft am Feldrain, 90 Minuten nordöstlich von Berlin, zu jeder Jahreszeit einen Rückzugsort.

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Frau Lierow, was hat Sie in die Uckermark gezogen?

Der Reiz des Landlebens in all seinen Facetten als Kontrast zum Berufsalltag in der Großstadt, der hier ein Ankommen ermöglicht.

Sie haben das Haus im letzten Jahr komplett saniert. In welchem Zustand haben Sie das Gebäude vorgefunden und wie sind Sie an die Renovierung herangegangen?

Das Haus war eingewachsen von Bäumen, durch die Dachgiebel pfiff der Wind, es gab lediglich eine Elektrosicherung, die Risse der Fensterscheiben waren durch Klebstreifen fixiert. Die ersten Wochen an diesem Ort waren durch mühsamen Rückbau und Entrümpelung geprägt. Die unverfälschte darunter sichtbar werdende Substanz an für Gesindekaten untypischem Eichenfachwerk und Lehmwänden haben uns dann zum Erhalt dieser selten über die Jahrzehnte so bewahrten traditionellen Bauweise ermutigt. Ergänzt mit nachhaltigen Dämmstoffen und ressourcenschonender Wärmepumpen- heizung, Holzfenstern und durch Schaffung neuer Lichtachsen ist aus der bedrückenden Kate nun ein offenes, großzügiges Ferienhaus entstanden, was zum Verweilen einlädt.

Zum Haus gehört eine Wildobstküche, die auch von den Gästen genutzt werden kann. Was hat es damit auf sich?

Unsere Großeltern waren im Umgang mit Holunder, Maulbeeren, Ebereschen, Schlehe, Kornelkirsche oder Felsenbirne noch vertraut. Es macht Spaß diese alten Sorten zu schmecken und zu verarbeiten. Unseren Gästen steht daher eine im Garten gelegene separate Küche mit Dörrgerät, Entsafter und mancherlei Rezepte für Chutneys und Marmeladen zur Verfügung.

Für wen ist das Landgehöft ein perfekter Urlaubsort?

Das Landgehöft eignet sich für alle Menschen, die gemeinsam Zeit verbringen wollen – ob Familien, Freundeskreise, Kollegen, Genießer oder Kochfreunde.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Bei einer Radtour auf dem Weg „Spur der Steine“, einer Kanutour auf dem Küstriner Bach oder einer Wanderung durch die Zerweliner Heide an Seen, in Landcafes, Ateliers oder Demeter Höfen Ruhepunkte entdecken zu können und die Stille bei sternenklarer Nacht zu spüren – das ist eine Auszeit, die viel Kraft schöpfen lässt.

Fotos: Anne Lierow, Ludger Paffrath
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Landgehöft am Feldrain
Dr. Anne Lierow
Buchenhain 23
17268 Boitzenburger Land

Mehr Informationen und Anfrage unter: http://www.landgehoeft.de

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