Gutshof Kraatz

von Liebling Brandenburg , 5. Juni 2014 , Uckermark

Wer entspannte Urlaubstage in denkmalgeschützter Architektur verbringen möchte, der ist auf dem Gutshof Kraatz genau richtig. Kraatz liegt umgeben von Seen und Wäldern in der hügeligen Landschaft des Naturparks Uckermärkische Seen. Mit dem Kauf des Gutshofes haben sich Edda Müller und Florian Profitlich aus Berlin vor dreizehn Jahren den Traum vom Leben auf dem Land verwirklicht und das alte Anwesen nach eigenen Vorstellungen neu gestaltet. Beim Umbau des Hofes haben sie bewusst ökologische Materialien und historische Baustoffe verwendet und ausschließlich mit regional ansässigen Handwerksbetrieben zusammengearbeitet. In den behutsam sanierten Gebäuden werden heute auch zwei Ferienwohnungen mit Garten für Urlaubs- und Arbeitsaufenthalte angeboten. Neben der ehemaligen Remise, die früher die Kutschen und Wagen des Herrenhauses beherbergte, kann seit 2013 zusätzlich ein Bauernhaus aus den 1930er Jahren gemietet werden, das nicht nur von außen seine alte Gestalt erhalten hat, sondern auch innen originalgetreu eingerichtet wurde. „Ohne Nutzung gibt es langfristig keinen Erhalt. Das gilt für denkmalgeschützte Gebäude ebenso wie für alte Obstbäume in der Landschaft“, so die Gastgeber. In einer der denkmalgeschützten Scheunen des Hofes betreibt das Paar daher seit 2012 auch eine Kelterei, in der aus den alten Apfel- und Birnensorten der Region von Hand gefertigte Weine und Säfte hergestellt werden. Die Produkte können direkt im Hofladen der ehemaligen Gutsanlage verkostet werden.

Gutshof Kraatz Bauernhaus

Gutshof Kraatz Bauernhaus KŸche

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Gutsspeicher Kraatz

Gutsspeicher Kraatz

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WeinschŠnke Kraatz

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Gutshof Kraatz, Bauernhaus im Winter

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Frau Müller, Sie sind aus Berlin nach Kraatz gekommen. Was hat Sie bewogen, das Stadtleben gegen die Uckermark zu tauschen?

Das war ein langsamer Prozess. Zuerst haben wir nur unser Haus und den Garten hergerichtet, um die Wochenenden hier zu verbringen – alles ganz einfach. Aber wir waren immer öfter hier und hatten bald den Wunsch uns hier auch eine Existenz aufzubauen, um hier leben zu können und nicht nur an den Wochenenden in der Region zu sein.

Hatten Sie von Anfang die Idee, hier auch Urlaubsgäste zu empfangen?

Nein, zuerst war es nur ein Refugium für uns und unsere Freunde. Mein Mann kam 2008 von einem Arbeitsaufenthalt in Australien mit der Idee zurück, die Remise als Ferienwohnung auszubauen. Dank einer EU-Förderung konnten wir die Pläne umsetzen und waren erstaunt über die positive Resonanz. Es bereitet uns große Freude, Gäste zu empfangen und wir wollen diese einmalige Region mit ihrer wunderbaren Landschaft für Gäste erlebbar machen.

Was war Ihnen bei der Gestaltung der Gebäude wichtig?

Es war uns wichtig die alte Gestalt zu erhalten und die Geschichte und die Geschichten lesbar zu machen. Wir haben uns auf regionale und natürliche Materialien konzentriert, um den Charakter der Gebäude zu erhalten. Durch die Verarbeitung gebrauchter Materialien ist nach der Renovierung an keiner Stelle eine Irritation zu sehen, wie z.B. durch neue, zu glatte oder zu sterile Oberflächen. Es sieht alles so aus, als wäre es schon immer so gewesen, auch wenn wir mal etwas hinzugefügt haben.

Erst die Remise, dann das Bauernhaus – haben Sie weitere Pläne für den Ausbau der Anlage?

Im Laufe des Sommers werden wir in der alten Scheune unsere Gutsschänke eröffnen. Da gibt es dann Apfelwein mit regionalen Köstlichkeiten – alles was die Uckermark zu bieten hat, von frischem Biobrot über Käse, Wildsalami und Lammwürsten bis hin zu frischem Salat aus dem Nachbarort.

Sie keltern auf dem Hof eigenen Apfelwein. Wie kam es dazu?

Vor sechs Jahren konnten wir hier in der Region eine gebrauchte Obstpresse kaufen, das war unser Grundstock. Wir haben viel mit verschiedenen Apfelsorten experimentiert und dabei viel selbst gekelterten Wein getrunken. In der Zeit haben wir auch begriffen, welche Fülle an Apfel- und Birnensorten es hier noch gibt. Dann dauerte es noch 1-2 Jahre bis wir uns trauten, den Schritt zu machen unsere bisherigen Berufe aufzugeben um uns hier mit der Kelterei eine neue Existenz aufzubauen. Im Herbst betreiben wir zusätzlich eine Lohnmosterei, was die Kommunikation mit den Nachbarn sehr erleichtert. So bekommen wir oft Äpfel aus Gärten angeboten, deren Besitzer die Ernte einfach nicht verarbeiten können, weil die alten großen Bäume so viel tragen.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Ein sommerliches Bad im See in der Umgebung z.B. in Fürstenwerder, danach ein Besuch im Antiquariat oder bei der Töpferin und anschließend eine Weinprobe mit Köstlichkeiten aus der Region bei uns in der Gutsschänke in Kraatz.

Fotos: Florian Profitlich
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Gutshof Kraatz
Florian Profitlich & Edda Müller
Schloßstraße 7
17291 Nordwestuckermark OT Kraatz

Mehr Informationen unter: http://www.gutshof-kraatz.de/

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