Pfarrhaus Mödlich

von Liebling Brandenburg , 17. Februar 2015 , Prignitz

Inmitten der einzigartigen Natur des Biosphärenreservates brandenburgische Elbtalaue in der Prignitz hat das Ehepaar Volker Warning und Frîa Hagen aus Hannover ein ehemaliges Pfarrhaus saniert und in einen ganz besonderen Urlaubsort verwandelt. Fast zwanzig Jahre stand das 1865 im Stil des späten Biedermeier erbaute Gebäude im Örtchen Mödlich leer, bis das Fotografen-Paar das Baudenkmal vor dem drohenden Verfall rettete und mit viel Liebe zum Detail restaurierte. Drei Ferienwohnungen im ländlichen Stil stehen Gästen in dem renovierten Gebäude heute zur Verfügung. Bei der Sanierung der insgesamt 330m² Wohnfläche haben die Gastgeber sämtliche historischen Ausstattungen aufgearbeitet und wo nötig passend ergänzt. Um den Originalzustand des Hauses so weit wie möglich wieder herzustellen, kamen dabei weitestgehend traditionelle Handwerkstechniken und dem Gebäude entsprechende Baustoffe wie Lehm- und Kalkputze, Kalkfarben und Vollholz zum Einsatz. Neben historischen Dielenböden, Kastenfenster und alten Kachel- und Kaminöfen bestechen die drei Ferienwohnungen durch ein hochwertiges Interieur aus geschmackvollem antiken Mobiliar ergänzt durch moderne Ausstattungselemente. Zur Atmosphäre des Hauses trägt auch der 14.000m² große ehemalige Pfarrgarten mit seinem uralten Baumbestand, Teich, einem Bauerngarten sowie einem Spielplatz und einer großen Freifläche mit Feuerstelle bei, die ebenso wie die zu jeder Wohnung gehörenden Sonnenterrassen zum Entspannen einladen. Das Pfarrhaus Mödlich liegt in idyllischer Lage direkt hinter dem Elbdeich, auf halbem Wege zwischen den historischen Städtchen Dömitz und Lenzen. Vom Haus aus führt ein Weg durch die Elbwiesen zum 250 m entfernten Sand-Badestrand an der Elbe. Für Radtouren auf dem Elbdeich oder zu einem der naheliegenden Badeseen stehen acht Fahrräder zur Verfügung. Wer hier Urlaub macht, der kann vor allem eins: Abschalten, die Natur genießen und den Luxus des Einfachen genießen.

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Herr Warning, Sie stammen eigentlich aus Hannover. Was hat Sie in die Prignitz gezogen?

Zuerst war es das Haus. Zu meinem 30. Geburtstag – schon ein paar Tage her – waren meine Frau und ich für eine Woche auf Rügen und sind dann auf den schönsten Strecken über Land zurück gefahren. Eigentlich wollten wir nur mal kurz über den Elbdeich schauen… als da dann dieses wunderbare, leider ziemlich marode und schon damals verlassene Haus stand, war es Liebe auf den ersten Blick. Aber es war nicht nah an Hannover und wir hatten uns beide erst kurze Zeit vorher als Architektur- und Werbefotografen selbständig gemacht und beide kein Geld. Ich bin aber trotzdem mehrfach wieder hingefahren, bis dort eines Tages ein Bauschild von jemand anderem stand. Da war das Thema für mich erst mal durch.

Sie haben das Haus nach ihrer ersten Entdeckung 1999 aber dann zwölf Jahre später tatsächlich gekauft…

Aus dem Vorhaben des Vorbesitzers ist – für uns zum Glück – nichts geworden, so dass das Haus 2011 zum Verkauf stand. Ich bin dann eher zufällig darauf gestoßen. Das Haus schien irgendwie gewartet zu haben… und es passte einfach alles: Wir haben hier sehr schnell sehr viele nette Menschen kennengelernt und vor allem auch eine ganz phantastische Natur. Obendrein gelang es uns, EU- und Landesfördermittel für das sehr ambitionierte Projekt bewilligt zu bekommen. Ohne das wäre die Rettung des Hauses nicht möglich gewesen.

Wie aufwendig haben sich denn die Sanierungsarbeiten gestaltet? Das Gebäude stand vor Ihrem Kauf ja viele Jahre leer…

Wenn das Haus noch länger leer gestanden hätte, wäre es sehr sehr schwer geworden. Und auch mit dem Anspruch, alles so weit wie möglich denkmalgerecht wiederherzustellen und möglichst nichts herauszureißen, haben wir uns die Aufgabe nicht einfacher gemacht. Aber das stand für uns immer außer Frage, denn wir haben eine tolle Grundsubstanz vorgefunden, die absolut lohnte, erhalten und restauriert zu werden.

Worauf haben Sie bei der Umgestaltung und Einrichtung des Hauses besonderen Wert gelegt?

Ich wollte die wunderschönen Details des Hauses herausstellen, in die wir uns verliebt hatten. Unter altem PVC haben wir tolle breite Dielen gefunden – ein wenig krumm, aber mit sehr viel Charme und noch gut in Schuss. Die historischen, teilweise auch richtig schiefen, Türen hatten größtenteils noch die alten Biedermeier-Beschläge und die wunderbaren Kastenfenster mit Innenfensterläden und Sammelkästchen für Kondenswasser hatten es uns sowieso angetan. All das haben wir nicht herausgerissen, sondern aufarbeiten lassen und – wo es passte – sogar original belassen. Wo die Original-Beschläge fehlten habe ich sie passend ergänzt. So hatte die Patina eine Chance. Kombiniert habe ich all das mit Kalk- und Leimfarben in einer warmen, reduzierten Farbpalette und einer Einrichtung, die aus schlichten ländlichen Biedermeier-Antiquitäten und neuen Vollholz-Möbeln im ländlichen Stil besteht. So kann die historische Atmosphäre des alten Hauses am besten wirken, ohne ältlich zu erscheinen.

Für wen eignet sich das Pfarrhaus als Urlaubsort?

Für alle, die das Besondere lieben, die einen Ort zum Wohlfühlen suchen, zum Abschalten und Zu-sich finden. Und für alle, die genießen möchten – die traumhafte Natur der Elbtalaue, das schöne Ambiente und ein Stück Bodenständigkeit und Ehrlichkeit. Ehrliche Materialien, nichts Aufgemotztes, eine ehrliche Salami vom regionalen Fleischer, Apfelsaft und Honig aus dem Ort und eine Hollerschorle aus eigenen Holunderblüten.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Die Lenzener Elbtalaue ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Im Sommer gibt es vor unserer Haustür absolut einsame feine Sandstrände, unendlich viele Störche und man kann tolle Radtouren auf dem Deich unternehmen, Paddelboot fahren oder die Burg in Lenzen und die Festung in Dömitz besuchen. Die Tier- und Pflanzenwelt und auch die Landschaft sind absolut einzigartig. Und wenn im Winter bei Hochwasser die Eisschollen knacken und die Graugänse über´s weite Land rufen, ist das einfach unvergesslich. Der perfekte Ort für Weitblick, Sonnenauf- und -untergänge und eine kleine oder große Auszeit…

Fotos: Volker Warning
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Pfarrhaus Mödlich
Frîa Hagen und Volker Warning
Lenzener Straße 23
D-19309 Wootz / GT Mödlich

Mehr Informationen unter: www.pfarrhaus-moedlich.de

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