Raumquartier

von Liebling Brandenburg , 8. August 2019 , Havelland

Freiraum für eigene Ideen hat man an diesem ungewöhnlichen Ort jede Menge. Ein Konzept, das nicht von ungefähr kommt. Denn auch Eigentümer und Gastgeber Josef Grosse Wiesmann hat viel Ideenreichtum in das 2019 eröffnete Domizil am Packhof-Gelände der Wasserstadt Brandenburg an der Havel eingebracht. Seit 1940 als Gotteshaus genutzt, stand das 1900 als Tattersaal gebaute und vormals dem Pferdehandel dienende Haus nach dem Kauf zunächst leer – bis es mit dem Baubeginn ab 2017 seiner neuen Bestimmung zugeführt wurde. Mit 600 Quadratmetern bietet das Selbstversorgerhaus viel Platz für unterschiedliche Nutzungskonzepte. Gruppenreisen, Klassenfahrten, Familienfeiern – jede Gruppe kann das Haus exklusiv für sich anmieten. Mehr als 30 Schlafmöglichkeiten verteilen sich im Haus auf rollende Himmelbetten, kajütenartige Schlafkojen und nostalgische Oldtimer-Wohnwagen im Hof des Quartiers. Mittelpunkt des Hauses ist der Saal, in dem einst die Pferde zur Versteigerung vorgeführt worden und der heute vielseitig bespielbar ist. Mit seinen acht Metern Höhe, den Emporen und Säulen hat der ehemalige Auktionssaal an Imposanz nicht verloren. Als Eventlocation genutzt, bietet das Haus auch gleich den passenden Rundumservice für Veranstaltungen dazu. Brandenburg an der Havel ist bestens mit der Bahn angebunden und bietet eine Umgebung mit viel Wasser und zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten.

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Herr Grosse Wiesmann, wie haben Sie das Haus entdeckt und wie kam es zu der Idee, das Haus entsprechend umzunutzen?

Im Jahr 2010 stand das Objekt zum Verkauf durch den damaligen Eigentümer, die Neuapostolischen Kirche, da diese den Neubau einer Kirche realisierte. Nachdem wir das Gebäude erworben hatten, wurden zunächst bestandssichernde Maßnahmen durchgeführt, die vor allem die Dachkonstruktion und Dachdichtigkeit betrafen. Das Dach wurde repariert und das Objekt erst einmal in den Dornröschenschlaf versetzt. Das Potential des Objekts mit den verschiedensten Nutzungsmöglich-keiten haben wir schon beim Kauf erkannt. Nach dem Kauf bot sich aber viel Zeit für Ideen, da wir uns zunächst der Sanierung von zwei großen Denkmälern in der Brandenburger Innenstadt widmeten. 2016 kam die Idee das Haus als Gruppenhaus umzubauen – Baubeginn war 2017, Fertig-stellung Anfang 2019. Ursprünglich sollte das Raumquartier ein reines Gruppenhaus werden. Im Zuge der ersten Buchungen und Monate hat sich aber nach und nach gezeigt, dass das Raumquartier immer mehr als Veranstaltungslocation gebucht wurde und die Gäste mit vielen individuellen Wünschen auf uns zu gekommen sind. Um die Wünsche der Kunden und Gäste erfüllen zu können, haben wir uns den gelernten Veranstaltungskaufmann Julius Krähn mit an Bord geholt. Jetzt kann man das Raumquartier als Selbstversorgerhaus mieten oder man nutzt das Objekt als Eventlocation mit der Möglichkeit, einen Rundumservice – wie Catering, Mobiliar, Servicepersonal usw. – mit dazu zu buchen.

Das Gebäude ist eine ehemalige Kirche. Was wissen Sie über die Zeit vor dem Raumquartier?

Das Gebäude wurde 1890 ursprünglich als Pferdeauktionshalle, ein sogenannter Tattersall, gebaut. Die neuapostolische Gemeinde hat das Objekt im Jahr 1940 erworben und bis 2008 als erstes eigenes Gotteshaus in Brandenburg an der Havel genutzt. Anschließend stand das Haus leer und verfiel zunehmend.

Wie sind Sie an den Umbau herangegangen und welche Ideen haben Sie bei der Gestaltung verfolgt ?

Die architektonische Gestaltung des Gruppenhauses hat von Anfang an den Fokus auf den Saal gelegt. Er bildet den „Hafen“ und die Kojen dienen als individuelle Schlafmöglichkeiten, sozusagen als kleine Schiffe. Zu dieser Idee gab es mehrere Gestaltungsvarianten, die jedoch brandschutztechnisch in der gewollten Architektur nicht realisiert werden konnten, so dass die kleinen, im Seitenflügel angeordneten Zimmer, die Himmelbetten auf der Empore und auch die temporär zur Verfügung gestellten Oldtimerwohnwagen in Holzbauweise wie Kojen gebaut wurden. In der ersten Überlegung hatte ich tatsächlich an Apollo-13-Kapseln als Schlafstätten gedacht, aber da wäre kein Platz für anderes mehr gewesen.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

In der Nähe in der Hauptstraße ist das Café Kaffeekännchen mit feinem Frühstück, kleiner Mittagskarte und Kuchen. Ansonsten gibt es sehr viel Wasser, tolle Wege direkt an der Havel und die Möglichkeit mit dem Boot oder dem Floß eine Tour zu machen. Außerdem gibt es sehr schöne Parks, unter anderem das ehemalige BUGA-Gelände aus dem Jahr 2015 und sehenswert sind auch die mittelalterliche Altstadt und der alte Dom, der älteste der Mark Brandenburg.

Interview: Katrin Gewecke
Fotos: Adam Sevens

Kontakt:
Raumquartier
Julius Krähn
Packhofstraße 33
14776 Brandenburg an der Havel

0152 34114940

Mehr Informationen unter: https://www.raumquartier.com/

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