Brennerei Haselberg

von Liebling Brandenburg , 7. Mai 2014 , Seengebiet Oder-Spree

Wo früher Industriealkohol aus Kartoffeln erzeugt wurde, können Urlauber heute in drei individuellen Ferienwohnungen übernachten. Die in Feldsteinbauweise errichtete „Alte Schnapsbrennerei“ am Rande des Oderbruchs stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts und bildet zusammen mit dem ehemaligen Gutshof den Ortskern des 300-Seelendorfes Haselberg im Nordosten von Brandenburg. 1996 haben Berit Albert und Peter Lorentz das alte Gebäude gekauft und unter Verwendung historischer Baumaterialien liebevoll renoviert. Ihre voll ausgestatteten Ferienwohnungen verfügen über Wohn- und Schlafbereich, Bad, Küche und Terrasse und sind umgeben von einem großen Garten und dem ehemaligen Gutspark, der zum Entspannen und Verweilen einlädt. 55 km nordöstlich von Berlin, in der kontrastreichen Region zwischen der weiten Oderbruch-Landschaft und den sanften Hügeln der Märkischen Schweiz gelegen, ist Haselberg idealer Ausgangspunkt für vielfältige Unternehmungen – zum Wandern, Radeln, Ausreiten oder Kanufahren. Für Ausflüge bieten sich ebenfalls der Naturpark Märkische Schweiz, das Freilichtmuseum Altranft mit seinen brandenburgischen Landhäusern, die Städte Bad Freienwalde, Buckow und Eberswalde oder das unweit gelegene Kloster Chorin an. Neben den Ferienwohnungen gibt es in der Brennerei Haselberg auch eine alte Gewölbehalle, die für Workshops, Kreativkurse, Hochzeiten und andere Feierlichkeiten gemietet werden kann.

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Frau Albert, wann und wie hat es Sie nach Brandenburg verschlagen?

Nach meinem Studium habe ich viele Jahre in Berlin gelebt und gearbeitet und hatte doch immer die Sehnsucht nach den ländlichen Strukturen, in denen ich aufgewachsen bin. Die Brennerei fanden wir 1995 auf einer Fahrradtour durch Märkisch Oderland. Das Gebäude wurde zu diesem Zeitpunkt gerade von der Treuhandgesellschaft auf die Gemeinde überschrieben und stand zum Verkauf. Wir mussten nicht lange nachdenken. Wir waren sofort für den Feldsteinbau und das gesamte Gutshofensemble mit seinem verwilderten Park entflammt.

In welchem Zustand haben Sie die Brennerei vorgefunden?

Das Gebäude diente nach dem Krieg als Unterkunft für Flüchtlinge und Übersiedler. Zu DDR-Zeiten wurde die Brennerei als Materiallager der Zivilverteidigung genutzt. Das Außengelände lag voller Betonschwellen, die Stützpfeiler und die Mauern waren zerfallen und im Gebäude nisteten Fledermäuse und diverse Vogelarten. Viele der Fenster waren vermauert. Dieser marode Charme war es aber auch, der unsere Phantasie beflügelt hat.

Kann man am und im Gebäude heute noch seine alten Funktionen erkennen?

Die Kupferkessel der Gewölbehalle, in denen man den Kartoffelsprit herstellte, wurden leider nach dem Krieg abgebaut und als Rohstoff verkauft. Auch die Rohrleitungen, in denen das Abfallprodukt des Brennprozesses, die sogenannte „Schlempe“, als Viehfutter in die Ställe gepumpt wurde, waren nicht mehr vorhanden. Einzig Reste eines Getreidefahrstuhles sind noch im Gebäude zu finden und das wahrscheinlich auch nur, weil sie fest im Mauerwerk verankert sind. Auch der ehemals 60 m tiefe Brunnen für das Kühlwasser war oberflächlich verschüttet. Wir haben den Brunnenring mit Feldsteinen neu setzen lassen. Der Brunnen ist heute wieder voll funktionstüchtig.

Seit wann vermieten Sie die Ferienwohnungen und welche Gäste kommen hier in die Region?

Wir begannen 2004 mit der Vermietung der ersten Ferienwohnung und konnten uns damals gar nicht vorstellen, dass sie so gut angenommen würde. Aus diesem Grunde haben wir später zwei weitere Ferienwohnungen ausgebaut, die dann 2007 und 2009 fertig gestellt wurden. Zu uns kommen viele Gäste aus Berlin, aber auch aus allen anderen Bundesländern, der Schweiz, Holland und Belgien. Allen gemeinsam ist ihre Suche nach Ruhe und Entschleunigung in dieser ursprünglichen und wenig besiedelten Landschaft mit ihrer herben Weite und Schönheit.

Ihr Tipp für den Brandenburg-Urlaub?

Unser Tipp für Urlauber in Märkisch Oderland sind Ausflüge in die pure Natur – sei es bei einer Seenwanderung, bei Tierbeobachtungen in den weitläufigen Waldgebieten rund um Haselberg oder bei einer Fahrradtour entlang des Oder-Neiße-Radweges auf dem Oderdeich und durch das Oderbruch.

Fotos: Berit Albert, Ule Mägdefrau
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Brennerei Haselberg
Berit Albert & Bart Stouten
Hauptstraße 40
16269 Haselberg

Mehr Informationen unter: http://www.brennereihaselberg.de

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